Freitag, 17. April 2009

Maussteuerung

Ein Weiterer Subpatch in Eigenkreation ist eine Maussteuerung die einem ermöglicht die Bewegungsrichtung der Maus zu erfassen. Die Geschwindigkeit wird hierbei nicht berücksichtigt, auch die neue Position der Maus wird nicht ausgelesen.
Durch das drücken der Taste M wird die Maus Zentriert (da dies leider nicht hunder prozentig funktioniert ist im nachhinein etwas mehr Mathe nötig).

mouse control_2009.04.17-16.22.58

Die Taste M soll als Ein- und Ausschalter funktionieren. Da ich noch nicht rausgefunden hab wie das Programierbar ist nutze ich einen Counter der duch etwas feintunig des Maximum Wertes und dem Modus 'Wrap' in etwa das Prinzip eines einfach Ein- und Ausschalters den man nur kurz drücken muss damit sich der modus verändert. (Dafür gibt es mit sicherheit viel einfachere Lösungen, wenn man sie den kennt) Das ganze fixiert dem Cursor über die Funktion 'Set Cursor Position' des Cursor.
Da Mouse von Cursor beeinflusst wird wird somit nur die Bewegung der Maus Ausgegeben. Hier kommten nun ein + und ein - zum einsatz da 'Set Cursor Position' den Cursor nicht genau auf 0, 0 setzt.
Durch
>= wird verhindert das leichtes Zittern schon als Bewegung wahrgenommen wird (den richtigen Wert dafür muss man Austesten).
Sobald als eine Bewegung der Maus wahrgenommen wird und diese (egal wie schnell oder weit die Bewegung ist) als 1 aus >= weitergeleitet wird tritt das gleiche Prinzip in Kraft wie bei der Tastatursteuerung. Über einen Counter und mehrere Multiplikatoren entsteht auch aus der kürzesten Mausbewegung eine frei wählbare Dauer in der ein Sound Abgespielt werden kann.
Da die X und Y Bewegung aus der Mitte des Bildschirms ausgelesen wird wie diese im Bereich von -1 bis 1 angegeben.
Der X und Y Wert kann also doppelt genutzt werden (einmal direkt und einmal mit -1 Multipliziert) somit kann jede Richtung einzeln ausgelesen werden. Dadurch entstehen 8 Mögliche Richtungsangaben welche für eine solch klassische Maussteuerung ausreichen.

Hier gibt es den Patch zum Download: mouse control

Und hier gehts zur vvvv Comunity: vvvv.org

Legende:
Kursiv und Rot = Nood
Kursiv = Pins

Donnerstag, 9. April 2009

Tastaursteuerung

Für ein größeres Projekt ist es geschickt einzelne Komponenten in sog. Subpatches unterzubringen.
Hier die Beschreibung wie ich vorgegangen bin die normale PC-Tastatur für eine Soundsteuerung zu verwenden:

key control_2009.04.09-12.15.05

Via Keyboard und Keymatch werden die fünf Tasten die klassisch bei einer WASD Steuerung am wichtigsten sind auf Aktionen überwacht.

Sobald eine Taste betätigt wird werden gleich mehre Parameter verändert. Per

= wird ein Counter (solang die Taste gedrückt wird) auf Up geschaltet (sobald die Taste losgelassen wird schaltet das gleiche = den Counter auf Down). Gleichzeitig wird die 1 welche von dem Keymatch geliefert wird mit 0,001 addiert (später der Grund dafür). Die daraus entstehende 1,001 wird mit 100 multipliziert die daraus entstehende 101 ist nun die Zuwachsrate (Increment) des Counter.
Da der Counter so eingestellt ist das sein Maximum 40 (in diesem spezielen Beispiel) und sein Minimum 0 beträgt springt dieser sofort auf 40, wird die Taste losgelassen zählt er allerdings in einerschritten wieder auf 0, daraus entsteht eine latenz die, per Änderung des Maximum des Counters, frei wählbar ist.

Der Output des Counters beeinflusst zwei Parameter eines FileStream, Play und Loop. Durch eine Abstimmung der Länge der zu spielenden Audio- oder Videodatei und dem Maximum des Counters, kann so gewährleistet werden das das komplette File abgespielt wird, selbst wenn die Taste nur kurz angetippt wird.

Zusätzlich beeinflusst der Counter, mit seinem Parameter Underflow (wird 1 sobald sein Minimum erreicht wird), den Parameter Do Seek des FileStreams. Dieser setzt die Audiofile, sobald der Counter auf 0 gelaufen ist, wieder an ihren Anfang.

So ist gewährleistet das die Audiofile, unabhängig von der Dauer des Tastendruckes mindestens ein mal komplett von Anfang an Abgespielt wird.

Der FileStream ist mit einem AudioOut Nood verbunden welcher die Audiofile wiedergibt. Des weiteren gibt Position des FileStrem (welcher die Zeit Position der Audiofile angibt) in verbindung mit einem > die Möglichkeit, solange die Audiofile abgespielt wird weitere Funktionen über die selbe Taste zu steuern.

Hier gibt es den Patch zum Download:
key control
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Legende:
Kursiv und Rot = Nood
Kursiv = Pins

Dienstag, 7. April 2009

Strasbourg am 04.04.09


Wir (eine dreiköpfige Gruppe Studenten der Freien Kunstakademie Nürtingen http://www.fkn-info.de/) hatten beschlossen am Freitag einen Fotoausflug nach Baden Baden zu machen.
Nach dem dieser relativ unspektakulär ablief beschlossen wir am Freitag Abend kurzfristig noch nach Strasbourg zu fahren und die Anti NATO Demonstration am Samstag noch mitzunehmen.Nach den schon vorhersehbaren unzähligen Polizeikontrollen trafen wir als am Freitag Abend auf dem "Gegengipfel" dem sog. "Camp Vilage" ein. Die relativ gute Organisation und die ausgelassen fröhliche und friedliche Stimmung beindruckte uns, da doch schon am Donnerstag und am Freitag immer wieder Straßenkämpfe zwischen dem Schwarzen Block und der französischen Polizei stattgefunden hatten.
Wir tranken also erst einmal ein gemütliches Feierabendbier und machten uns daran die Fotos vom Freitag zu sichern.
Am nächsten morgen hieß es gegen 9 Uhr Aufstehen, wach werden, Verpflegung richten, Kaffee trinken und Frühstücken (hier noch mal ein Dank und ein Lob an die Camp Küche!).
Gegen 10 Uhr ging es dann mit den Demonstranten los in Richtung Straßbourg Hafenviertel/Europabrücke/Versammlungspatz. Da das Camp recht weit außerhalb lag, warteten etwa 7km Marsch ohne größere Ereignisse auf uns. Jedoch stieg die Spannung und ein etwas mulmiges Gefühl kam auf, als wir die ersten Barrikaden und eine völlig demolierte Kadettenakademie des französischen Militärs passierten. Vorsorglich wurden Oropax und Augentropfen ausgegeben.


Nach etwa ein bis ein einhalb Stunden Marsch stockte der Zug der Demonstranten das erste mal. Die Polizei versperrte den Weg auf die Rheininsel auf der sich die Versammlung und die Demonstration abspielen sollten, die erste Straßenschlacht war in vollem Gange. Wie wir später Erfuhren wurde dabei auch ein Fotograf, den wir schon am Tag davor in Baden Baden kennen gelernt hatten, von zwei CS-Granaten am Kopf getroffen. Da er keinen Helm getragen hatte und deshalb zwei ordentliche Platzwunden davontrug, zeigt wie unerwartet die ganze Situation war.
Da wir alle drei absolut nicht erprobt waren was Großdemonstrationen und Krawalle anbelangt, hielten wir uns die ganze Zeit über relativ weit im Hintergrund auf. Nachdem die letzten Abgeordneten die Insel per Konvoi auf einer anderen Brücke verlassen hatten lies die Polizei die Demonstranten passieren. Hier brannten auch schon die ersten Barrikaden.


Der Weg zu dem Kundgegebungsgelände wurde nicht weiter blockiert und der Großteil der Demonstranten bewegte sich auch dort hin. Allerdings spaltete sich schon dort eine recht große Gruppe ab und ging direkt zur Europabrücke. Als wir auf dem Kundgebungsgelände unsere Wasservorräte aufgefüllt hatten bewegten wir uns ebenfalls zur Europabrücke, hieß es doch, dass sich hier deutsche und französischen Demonstranten zu einer großen internationalen Demonstration zusammenschließen würden.
Doch dort angekommen wurde deutlich, dass die deutsche Polizei alle Brücken in der näheren Umgebung mit Einheiten, Wasserwerfern und Einsatzfahrzeugen gesperrt hatte. Die Autonomen waren darüber nicht allzu sehr erfreut uns entzündeten die nächste Barrikade auf der französischen Seite der Europabrücke.
Wenig später quoll dicker Rauch aus dem Zollhaus, aus welchem ehemals der Verkehr zwischen Deutschland und Frankreich kontrolliert wurde.
Wir gingen in der Annahme das jeden Augenblick die Polizei einschreiten würde von den Brückenauffahrt auf eine südlich gelegen Wiese auf der sich einige friedliche Demonstranten und Anwohner vermischten.



Das Zollgebäude brannte mittlerweile und ich war der festen Annahme, dass jeden Augenblick aus allen erdenklichen Winkeln Polizeieinheiten den Platz stürmen würden und der Feuerwehr ermöglichen den Brand zu löschen. Allerdings war dem nicht so und so bildete sich eine recht große Gruppe Schaulustiger auf der Brücke.



Immernoch in der Annahme, die Polizei würde gleich eingreifen blieb ich dem Geschehen weiterhin fern. Als dann auch aus dem Ibis Hotel eine dicke schwarze Rauchwolke schlug bewegte ich mich langsam in diese Richtung. Kaum hundert Meter vor dem Hotel angekommen und soeben einen schönen Bildausschnitt gefunden, stürmten Polizeieinheiten das Geschehen und ich sah nur noch CS-Gas Granaten auf mich zufliegen. Es blieb nur der Weg auf das Veranstaltunggelände. Dort traf ich mich mit den anderen wieder und wir machten neue Treffpunkte aus, für den Fall jemanden im Gedränge zu verlieren.
Etwa 10-15 Minuten später flog gleich eine ganze Ladung CS-Gas Granaten über die Mauer, die das Gelände zu der Straße, an der das Ibis Hotel steht, abschirmt. Eine leichter Anflug von Panik ging durch die Masse und der Sprecher auf der Bühne forderte alle auf, sich auf die entgegen gelegene Seite des Platzes zu Bewegen. Die Polizei feuerte weiter CS-Gas auf den Platz und man hörte, dass vor der Mauer ein Straßenkampf wüten musste. Als das CS-Gas, und damit auch die Panik der Massen die Überhand hatte, wurde aus dem sich langsam bewegenden Zug von Demonstranten eine sich immer schneller fortbewegende Flut aus Menschen.






Da die zwei einzigen Ausgänge des Platzes entweder durch den Straßenkampf zwischen Schwarzem Block und der Polizei oder durch massig CS-Gas versperrt waren ging es nur über einen Bahndamm ins vermeidlich Freie.
Also den Damm rauf und wieder runter und prompt standen wir hinter eine Vielzahl Polizei Einsatzfahrzeugen, die von allen Seiten mit Steinen, Stahlstangen und was noch so in greifbarer Nähe war, malträntiert wurden. Aber da diese Fahrzeuge doch recht viel aushalten, sind die Steine abgeprallt und in die friedlichen, jedoch flüchtenden Demonstranten geflogen und haben somit in den "eigenen Reihen" mehr Schaden angerichtet als auf der Seite der Polizei.

Nach dieser einprägsamen Flucht formierte sich der Demonstrationszug und ging seines Weges. Jedoch wurde von der Polizeig jegliche Möglichkeit in Richtung Innenstadt zu gelangen und nach schätzungsweise einer weiteren Stunde machten wir uns auf den Rückweg, da wir davon ausgingen, dass sich die Lage nicht beruhigen würde und eine Art Stellungskrieg zwischen Polizei und Autonomen entstehen könnte.


Schätzungweise zwei Stunden später waren wir wieder an meinem Auto angelangt, machten uns über das Essen der Camp Küche her, wuschen uns das Reizgas aus dem Gesicht und fuhren gen Heimat.


Es war ein absolut beeindruckendes Wochenende.

So, nun ist es also soweit. Auch von meiner Seite gibt es nun einen Blog. Dieser wird allerdings nicht wie bei vielen anderen täglich auf dem neuesten Stand sein. Dieser Blog wird vielmehr ein Sammelsurium an unterschiedlichen Erlebnissen und Fortschritten bei den so anstehenden Projekten sein.
Und damit das ganze nicht all zu Lahm beginnt wird's gleich mal einen Bericht von unserem Erlebnis in Straßbourg geben, Infos über das Hantieren mit vvvv (http://vvvv.org/) und einen groben Überblick was sonst noch so geplant ist.